Selbst­ständig
im Ländle

Die 9 Schritte — und der eine, bei dem fast alle hängenbleiben.

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Juli 2026 · nachgezählt

Wir haben 1.314 Betriebe in Vorarlberg angeschaut.

Tischlereien, Gasthäuser, Friseure, Werkstätten, Malerbetriebe. Bei jedem geprüft, ob es eine eigene Webseite gibt — und jeden Zweifelsfall von Hand nachgeschlagen.

319 haben keine 995 haben eine

Fast jeder Vierte ist unsichtbar für jeden, der ihn noch nicht kennt. Diese Betriebe sind nicht schlecht. Die meisten sind seit Jahrzehnten da und haben volle Auftragsbücher. Aber sie tauchen nicht auf, wenn jemand sucht.

Leitfaden kostenlos holen Erst die 9 Schritte lesen

Wen es am härtesten trifft

Anteil ohne Webseite

Fleischerei
50 %
Maler
46 %
Friseur
43 %
KFZ-Werkstatt
34 %
Tischlerei
31 %
Installateur
24 %
Gasthaus
17 %
Autohaus
6 %
Hotel
2 %

Hotels 2 %. Fleischereien 50 %. Die Branchen, die vom Fremden leben, haben es längst verstanden. Die, die vom Stammkunden leben, noch nicht — und genau die verlieren gerade die Generation, die nur noch online sucht.

Wie dieser Leitfaden funktioniert

Neun Schritte. Sieben davon macht man einmal.

Bei jedem Schritt steht, wie lange er dauert. Wo wir helfen können, sagen wir es — aber erst am Ende, und Sie können es überspringen.

Keine Rechts-, Steuer- oder Unternehmensberatung. Alle Angaben Stand Juli 2026, ohne Gewähr. Verbindliche Auskunft geben das Gründerservice der Wirtschaftskammer Vorarlberg, die SVS, das Finanzamt und Ihre Gewerbebehörde. Das Gründerservice ist für Mitglieder kostenlos — nutzen Sie es.

1

Rechtsform

Ein Nachmittag

Die allermeisten gründen ein Einzelunternehmen: Gewerbe anmelden, fertig. Kein Startkapital, kein Notar. Der Preis dafür — Sie haften mit allem, auch privat.

Wann sich eine GmbH lohnt

Eine GmbH trennt Privatvermögen vom Betrieb, kostet aber Stammkapital, Notar, Firmenbuch und laufend deutlich mehr Buchhaltung. Sie lohnt sich bei echtem Risiko — große Aufträge, Mitarbeiter, teure Maschinen — oder wenn mehrere beteiligt sind.

Die ehrliche Faustregel: Fangen Sie als Einzelunternehmen an. Umsteigen können Sie immer noch, und die meisten brauchen es nie. Wer Ihnen bei der ersten Gründung sofort zur GmbH rät, verdient meistens an der Gründung.

2

Frei oder reglementiert?

20 Minuten · zuerst

Dieser Schritt entscheidet, ob Sie überhaupt dürfen. Freies Gewerbe: anmelden, fertig. Reglementiertes Gewerbe: Sie brauchen einen Befähigungsnachweis — das betrifft fast alle klassischen Handwerke.

Wer erst nach der Kündigung merkt, dass ihm der Befähigungsnachweis fehlt, verliert Monate. Ein Telefonat mit der Gewerbebehörde klärt das heute.

Details zum Befähigungsnachweis
  • Reglementiert sind u. a. Tischler, Metalltechnik, Installateur, Elektrotechnik, Bau, Ingenieurbüros. Der Nachweis ist meist die Meisterprüfung oder eine Kombination aus Ausbildung und Berufsjahren.
  • Ohne eigenen Nachweis brauchen Sie einen gewerberechtlichen Geschäftsführer, der ihn hat und im Betrieb tätig ist.
  • Sonderfall § 95-Gewerbe (z. B. Elektrotechnik): Die Behörde prüft zusätzlich Ihre Zuverlässigkeit, bevor Sie loslegen dürfen.
  • Nicht unter die Gewerbeordnung fallen Land- und Forstwirtschaft, freie Berufe (Arzt, Notar, Apotheker) und Privatunterricht.
3

Den Namen sichern

1 Stunde

Der Name ist das Einzige aus dieser Liste, das Sie später nur unter Schmerzen ändern können. Alles andere ist ein Formular. Ein Name klebt an Ihnen — auf dem Firmenauto, auf der Arbeitskleidung, im Kopf Ihrer Kunden.

Er ist nur dann Ihrer, wenn Sie an vier Stellen geprüft haben:

Die Regel, die fast niemand kennt

Solange Sie nicht im Firmenbuch stehen, müssen Sie im Geschäftsverkehr Ihren Vor- und Zunamen führen. „Tischlerei Sonnenschein" dürfen Sie erst schreiben, wenn Sie eingetragen sind — vorher heißen Sie auf der Rechnung Max Mustermann. Einen Fantasienamen dürfen Sie als Geschäftsbezeichnung danebenstellen.

Eintragen müssen Sie sich erst ab 700.000 € Umsatz in zwei aufeinander- folgenden Jahren. Freiwillig geht jederzeit, dann tragen Sie den Zusatz „e.U.".

Die Wirtschaftskammer gibt Ihnen auf Wunsch eine Stellungnahme zum Firmenwortlaut — mitgeschickt ans Firmenbuch geht die Eintragung oft schneller.

Wir prüfen den Namen für Sie — kostenlos. Alle vier Stellen, Ergebnis schriftlich. Auf Wunsch sichern wir die Domain gleich mit, auf Ihren Namen.

hallo@hallohelio.at

4

NeuFöG holen

30 Minuten · spart Hunderte

Der Schritt, den die meisten übersehen — und der einzige, bei dem Sie durch bloßes Ausfüllen eines Formulars Geld sparen. Das Neugründungs-Förderungsgesetz befreit Sie von Stempelgebühren, Verwaltungsabgaben, Firmenbuch-Gerichtsgebühren und bestimmten Lohnabgaben für Ihre ersten Mitarbeiter.

Und jetzt der Teil, auf den alles ankommt: Das Formular NeuFö 2 muss vor oder gleichzeitig mit der Gewerbeanmeldung vorliegen.

„Wenn sie das Formular erst nachträglich vorlegen, werden bereits entrichtete Abgaben, Gebühren oder Beiträge nicht erstattet."
— Unternehmensserviceportal des Bundes

Einmal bezahlt ist für immer bezahlt. Keine Nachsicht, keine Rückerstattung.

Was genau befreit ist
  • Stempelgebühren und Bundesverwaltungsabgaben
  • Gerichtsgebühren für die Firmenbuch-Eintragung
  • Lohnabgaben (DB, DZ, Wohnbauförderung, Unfallversicherung) bis zu 12 Monate lang
  • Grunderwerbsteuer bei Einbringung von Grundstücken

Erfasst ist alles, was unmittelbar mit der Gründung zu tun hat: die Gewerbeanmeldung, die Betriebsanlagengenehmigung, Konzessionen, die Feststellung der individuellen Befähigung, sogar der Strafregisterauszug dafür.

Sind mehrere Behörden beteiligt, brauchen Sie bei jeder einzelnen eine Erklärung im Original. Die Bestätigung gibt es beim Gründerservice der Wirtschaftskammer.

5

Gewerbe anmelden

1–2 Stunden

Bei der Bezirkshauptmannschaft (Bregenz, Dornbirn, Feldkirch, Bludenz) oder dem Stadtamt. Ein Einzelunternehmen geht auch online über das Unternehmensserviceportal. Sie werden ins GISA eingetragen — der Auszug ist Ihre Digitale Gewerbelizenz, was Ihr Vater noch Gewerbeschein genannt hat.

Was Sie mitbringen · und die Falle bei Werkstätten
  • Reisepass oder Personalausweis, Meldezettel
  • Strafregisterbescheinigung (bei manchen Gewerben)
  • Befähigungsnachweis, falls reglementiert
  • NeuFö-2-Erklärung im Original

Für Werkstätten, Küchen und alles mit Lärm, Geruch oder Abgasen: Sie brauchen zusätzlich eine Betriebsanlagengenehmigung. Die dauert länger als alles andere hier und sollte als Erstes anlaufen — fragen Sie bei der Behörde nach, bevor Sie einen Mietvertrag unterschreiben.

6

Finanzamt & SVS

2 Stunden · Frist 1 Monat

Beim Finanzamt melden Sie binnen eines Monats Ihre Tätigkeit (Formular Verf 24) und bekommen Steuernummer und auf Antrag die UID. Bleibt Ihr Umsatz unter 55.000 € brutto, schreiben Sie als Kleinunternehmer Rechnungen ohne Umsatzsteuer — gegenüber Privatkunden sind Sie damit schlicht 20 % billiger.

Bei der SVS sind Sie ab dem Tag der Gewerbeanmeldung pflichtversichert. Für Neugründer gilt 2026 die Mindestbeitragsgrundlage — das ergibt:

160,81 €
im Monat zahlen Sie
als Neugründer
1.393,78 €
im Monat kann die
Nachzahlung betragen

Nur die Krankenversicherung ist wirklich fix. Die 37,48 € bleiben in den ersten zwei Jahren, egal was Sie verdienen. Die Pensionsversicherung wird nachbemessen — auch im ersten Jahr. Sobald Ihr Steuerbescheid da ist, rechnet die SVS nach: 18,5 % von dem, was Sie wirklich verdient haben, minus dem schon Bezahlten. Rückwirkend.

Legen Sie ab dem ersten Monat zurück. Eigenes Konto, jeden Monat ein Viertel vom Gewinn drauf, nicht anfassen. Wenn die Nachzahlung kommt, ist sie da. Das ist der beste Rat in diesem ganzen Leitfaden, und er kostet Sie nichts.

Kleinunternehmer: zwei Dinge, die oft falsch erzählt werden
  • Die Grenze lag bis Ende 2024 bei 35.000 €. Sie liegt seit 1.1.2025 bei 55.000 € — und ist seither eine Brutto-Grenze.
  • Überschreiten Sie um bis zu 10 % (also bis 60.500 €), dürfen Sie bis Jahresende weiter ohne Umsatzsteuer fakturieren. Erst darüber wird es sofort steuerpflichtig.

Der Haken: Als Kleinunternehmer bekommen Sie keine Vorsteuer zurück. Wer viel investiert — Maschinen, Fahrzeug, Werkstatteinrichtung — fährt oft besser, wenn er freiwillig verzichtet. Diese Rechnung macht Ihnen ein Steuerberater in einer halben Stunde auf. Machen Sie sie, bevor Sie das Formular abschicken.

7

Sichtbar werden

40 Minuten für den wichtigsten Teil

Hier hören die Formulare auf. Und hier hören die meisten auf.

Für die Schritte 1 bis 6 gibt es Behörden, Fristen und Formulare. Jemand erinnert Sie daran. Für Schritt 7 gibt es niemanden. Kein Amt schreibt Ihnen, dass man Sie nicht findet. Deshalb überspringen ihn fast alle — und deshalb haben wir 319 Betriebe gefunden, die es nicht gibt, wenn man sucht.

Ihr Google-Eintrag

Wenn Sie aus diesem Leitfaden nur eine Sache umsetzen, dann diese. Er ist kostenlos, dauert 40 Minuten und bringt den meisten kleinen Betrieben mehr als eine Webseite — weil er direkt in der Suche und in der Karte auftaucht, dort wo die Leute wirklich schauen.

Die 7 Schritte zum Eintrag
  1. google.com/business aufrufen. Nehmen Sie ein eigenes Konto für den Betrieb, nicht Ihr privates — sonst hängt Ihr Geschäft am Passwort Ihres Urlaubsfotos-Kontos.
  2. Betrieb suchen. Oft gibt es schon einen automatisch angelegten Eintrag. Übernehmen statt einen zweiten erstellen.
  3. Kategorie wählen — die wichtigste Entscheidung im ganzen Eintrag. „Tischlerei" findet man, „Handwerksbetrieb" nicht. Genaueste Kategorie zuerst, danach bis zu neun weitere.
  4. Verifizieren. Meist per Postkarte (ein bis zwei Wochen), immer öfter per Video: ohne Schnitt, Straße → Schild → Tür → drinnen → Sie mit Werkzeug oder an der Kasse. Hier scheitern die meisten. Rechnen Sie mit zwei Anläufen und ärgern Sie sich nicht beim ersten Nein.
  5. Vollständig ausfüllen. Öffnungszeiten inklusive Feiertage, Telefon, Leistungen, Zahlungsarten, Gebiet. Jedes leere Feld ist ein Grund, warum Google jemand anderen zeigt.
  6. Mindestens zehn Fotos. Außen, innen, Team, Arbeit, fertige Stücke. Der größte einzelne Unterschied zwischen einem Eintrag, den man anklickt, und einem, den man überliest. Handyfotos bei Tageslicht reichen.
  7. Um Bewertungen bitten — nicht kaufen, fragen. Und auf jede antworten, vor allem auf die schlechten: Nicht der Verärgerte liest Ihre Antwort, sondern die nächsten hundert Interessenten.

Eine Falle aus der Praxis: Nach Umzug oder Umbenennung lebt Ihre alte Adresse in Dutzenden Branchenverzeichnissen weiter. Google gleicht das ab und wird misstrauisch, wenn es sich widerspricht. Alte Einträge suchen und korrigieren lassen — mühsam, wirkt trotzdem.

Brauchen Sie eine Webseite?

Ehrliche Antwort: nicht immer sofort. Zuerst keine, wenn Sie ausgelastet sind, über Empfehlung arbeiten und niemanden suchen. Dann reicht der Google-Eintrag.

Sie brauchen eine, sobald Sie eines von diesen drei Dingen wollen:

Die 7 Punkte, die nicht verhandelbar sind

Was es kostet · und was der Staat wirklich dazugibt
  • Google-Eintrag: 0 €
  • Domain (.at): 15–35 € im Jahr
  • Hosting einer kleinen Seite: 0–120 € im Jahr
  • Firmenseite von einer Agentur: 2.500–6.000 € einmalig
  • Baukasten mit Abo: 150–400 € im Jahr — für immer

Beim Steuerlichen bleiben wir ehrlich, auch wenn es uns nicht hilft. Eine Webseite ist immer eine Betriebsausgabe. Der Investitionsfreibetrag ist befristet erhöht: für Kosten zwischen 1.11.2025 und 31.12.2026 sind es 20 % statt sonst 10 %. Bei kleinen Betrieben scheitert er aber oft an einem von drei Punkten:

  • Nutzungsdauer mindestens vier Jahre. Wird die Seite auf drei Jahre abgeschrieben — was üblich ist —, fällt sie raus.
  • Bei Pauschalierung steht er gar nicht zu. Und viele kleine Betriebe pauschalieren.
  • Entweder Investitionsfreibetrag oder Gewinnfreibetrag — dasselbe Wirtschaftsgut zählt nur einmal.

Wir schreiben das so ausführlich, weil Ihnen sonst jemand mit „20 % vom Staat" ein Angebot schönrechnet. Ob es zutrifft, sagt Ihnen Ihr Steuerberater in fünf Minuten. Wir sind keiner und rechnen es Ihnen deshalb auch nicht schön.

Wir bauen Ihre Seite. Alles, was oben steht — Handy zuerst, Ihre echten Fotos, Ihre Marke, Google-Eintrag gleich mit eingerichtet. Ab 2.900 €.

Sie zahlen erst, wenn sie live ist. Domain und Zugänge laufen auf Ihren Namen.

hallo@hallohelio.at

8

Konto, Belege, Versicherung

Ein halber Tag

Eigenes Geschäftskonto. Nicht vorgeschrieben — aber wer Privates und Betriebliches mischt, sortiert im dritten Jahr 4.000 Buchungen von Hand. Das kostet mehr als jede Kontoführungsgebühr.

Belege, Haftpflicht, Steuerberater

Belege ab dem ersten Tag, nicht ab dem ersten Auftrag. Alles, was Sie für die Gründung ausgeben, ist absetzbar — auch rückwirkend vor der Anmeldung. Jeden Beleg fotografieren, ein Ordner pro Monat. Keine Software nötig, nur Disziplin.

Betriebshaftpflicht. Kein Amt verlangt sie, aber ein einziger Schaden beim Kunden kann Sie ruinieren — als Einzelunternehmer haften Sie privat.

Steuerberater von Anfang an, nicht ab dem ersten Problem. Ein Gespräch vor der Gründung kostet ein paar hundert Euro und entscheidet über Kleinunternehmerregelung, Rechtsform und die Rücklage für die SVS. Das beste Geld in dieser Liste.

9

Nicht wieder verschwinden

Für immer

Die ersten Aufträge kommen fast immer aus dem eigenen Umfeld. Das ist normal. Das Problem kommt danach — wenn das Umfeld abgearbeitet ist, merken Sie, ob Sie gefunden werden.

Alles auf einen Blick

Der Zeitplan

  1. 1Rechtsform entscheidenein Nachmittag
  2. 2Frei oder reglementiert?vor allem anderen
  3. 3Namen prüfen und sichernvor der Anmeldung
  4. 4NeuFö-2-Erklärung holenvor der Gewerbeanmeldung
  5. 5Gewerbe anmelden1–2 Stunden
  6. 6Finanzamt und SVS melden1 Monat, beides
  7. 7Google-Eintrag anlegenso früh wie möglich
  8. 8Konto, Belege, Versicherungerste Wochen
  9. 9Sichtbar bleibendauerhaft

Die drei teuersten Fehler

  1. NeuFö 2 nach der Gewerbeanmeldung vorlegen. Das Geld ist weg, endgültig.
  2. Nichts für die SVS-Nachzahlung zurücklegen. Sie kommt, und sie kommt spät.
  3. Schritt 7 überspringen. Kein Amt erinnert Sie daran. Nur der Umsatz, in zwei Jahren.

Zum Mitnehmen

Den ganzen Leitfaden
als PDF

16 Seiten, alles was hier steht, zum Speichern und Weitergeben. Wir schicken ihn Ihnen an Ihre E-Mail — und melden uns, wenn sich an den Fristen oder Beträgen etwas ändert. Kostenlos, jederzeit abbestellbar.

Lieber ohne E-Mail? PDF direkt herunterladen — geht auch, wir fragen nicht nach.

Fragen zu einem der neun Schritte? Schreiben Sie einfach. Wir antworten auch, wenn Sie nichts kaufen wollen.

hallo@hallohelio.at
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